• Franz Gertsch
    Das grosse Gras, 1999/2001
    Holzschnitt / woodcut
    3 Platten / plates à 305 x 180 cm
    Handabzug auf Kumohadamashi Japanpapier von Ivano Heizaburo / woodcut on Kumohadamashi Japanese paper made by Ivano Heizaburo,
    380 x 276 cm, gesamt / all in all 380 x 828 cm
    dunkelblau / dark blue
    museum franz gertsch, Burgdorf
    © Franz Gertsch

Franz Gertsch, Das grosse Gras

In dieser Ausstellungsperiode ist – zum ersten Mal seit langem – wieder ein Raum dem monumentalsten Holzschnitt von Franz Gertsch vorbehalten.

"Das grosse Gras" (1999/2001), ein dreiteiliger Holzschnitt, der eine Breite von über acht Metern erreicht, wird in drei Ausführungen gezeigt. Motivisch schliesst das Werk an Gertschs Gemälde "Gräser I" (1995/96) und "Gräser II" (1996/97) an, der Aufbau des Werkes als Triptychon lässt eine inhaltliche Verbindung zum "Triptychon Schwarzwasser" (1991/92) erkennen. So, wie sich bei diesem die ringförmigen Bewegungen des Wassers von einem Blatt zum anderen ausbreiten, lässt sich auch "Das grosse Gras" blattübergreifend lesen. Allerdings beansprucht bei letzterem der Mittelteil ganz klar die zentrale Bedeutung, ein Aspekt, der dem Ursprung des Triptychons als dreiteiligem Altaraufsatz mit Mittelteil und Seitenflügeln entspricht. Die Dreiteiligkeit und schlichte Monumentalität der Arbeit erzeugt eine Aura des Erhabenen und Sakralen, die hier durch die Verdreifachung des Werkes in verschiedenen Farbtönen noch verstärkt wird. Ein Ausstellungsraum, der in unserer hektischen Zeit zu einer Oase der meditativen Stille wird und zum Innehalten einlädt.

Eine Video-Dokumentation von Maria Gertsch-Meer, die ihren Mann beim Herstellungsprozess des Triptychons "Das grosse Gras" vom Papierschöpfen bis zum fertigen Druck begleitet hat, ist auf Anfrage im Museumsfoyer zu sehen.

Franz Gertsch, Das grosse Gras