• Franz Gertsch
    Herbst, 2007/08
    Acryl auf ungrundierter Baumwolle
    Acrylic on unprimed cotton
    325 x 490 cm
    Besitz von / Collection of Franz Gertsch & Maria Gertsch-Meer
    © Franz Gertsch

Franz Gertsch. Herbst

Seit Oktober letzten Jahres präsentiert das museum franz gertsch das neueste Monumentalgemälde des Künstlers. Als erstes Bild einer Serie zu den vier Jahreszeiten beeindruckt der Herbst (2007/08) – der Sommer (2009) ist soeben vollendet worden – mit einer faszinierenden Kombination verschiedener Braun- und Grüntöne. Die Wahrnehmung des Gemäldes wird zum aufregenden Seherlebnis, bei dem die Aktivität des Betrachters gefragt ist. So kann das Werk als lichtdurchflutete, herbstlich getönte Waldlandschaft wahrgenommen werden oder auch als nahezu abstraktes Gemälde, bei dem sich amorphe Fleckengebilde zu einer ornamentalen Struktur zusammenfügen.

Dem Herbst sind das Grasbild Gräser I (1995/96) sowie die Porträts Johanna I (1983/84) und Silvia III (2003/04) zur Seite gestellt. In dieser Kombination von Landschaften und Frauenbildnissen wird deutlich, dass das konzeptuelle Vorgehen des Künstlers bei allen Motiven stets dasselbe ist. Durch die zugrunde gelegte Diaprojektion und die im Blow-Up Verfahren erreichte überdimensionale Vergrösserung erscheint «ein Auge» wie «ein See», «ein Stück Haar» wie «ein Birkenwäldchen» und «eine Schattenzone» wie ein «dunkler Tannenwald». Franz Gertsch bezeichnet seine Frauenporträts daher auch als Gesichtslandschaften: Gesichter werden wie Landschaften behandelt, Landschaften werden individualisiert und wiedererkennbar.

Franz Gertsch. Herbst