• Utagawa Hiroshige
    Hara, 14. Station der Tōkaidō, 1850
    Farbholzschnitt
    18 x 23 cm
    Museum für Völkerkunde Burgdorf
    Foto: David Aebi, Burgdorf

Hiroshige & Kunisada. Faszinierende Farbholzschnitte

Die Ausstellung im Kabinett besteht aus drei sich ergänzenden Teilen, beginnend mit einer Auswahl von Drucken aus Hiroshiges 53 Stationen der Tōkaidō von 1850, in denen die Landschaften Japans poetisch und metaphorisch eingefangen werden. Kunisadas 53 Stationen der Tōkaidō von 1852 sind Portraits von Kabukischauspielern gewidmet. Die Hintergründe der Blätter verweisen auf Hiroshiges Werke und zeigen den fliessenden Übergang zwischen den verschiedenen Genres und den spielerischen Elementen der Druckkunst. Den Abschluss der Ausstellung bilden Farbholzschnitte aus der Meiji-Zeit. Diese ist stark durch die Öffnung Japans und die zunehmenden westlichen Einflüsse geprägt. Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Kunst finden ihren Niederschlag auch in den Farbholzschnitten dieser Zeit und schlagen eine Brücke zwischen dem feudalen Japan und dem neuen Japan.

UTAGAWA Hiroshige (歌川広重, 1797-1858) war ein Künstler aus Edo und beeinflusste die Landschaftsdrucke (meisho-e) massgeblich. Von den Illustrationen japanischer Reiseführer inspiriert, kreierte Hiroshige eine Fülle an Drucken und Serien zu den Sehenswürdigkeiten Japans. Ebenso gestaltete er diverse Serien zu schönen Frauen (bijin-ga) und Vögel-Blumen-Bildern (kachō-e). Zu seinen bekanntesten Serien gehören Die Hundert berühmten Ansichten von Edo, Die 53 Stationen der Tōkaidō (mehrere Editionen) und Die berühmten Restaurants von Edo. Hiroshige schuf auch surimono (private Auftragsarbeiten für Glückwunschdrucke) und arbeitete mit anderen Künstlern zusammen, wie zum Beispiel Kunisada.

UTAGAWA Kunisada (歌川国貞, 1786-1865) war ein Künstler aus Edo, vor allem bekannt für seine Bilder schöner Frauen (bijin-ga) und Portraits von Kabukischauspielern (yakusha-e). Er galt als der beliebteste Künstler seiner Zeit und produzierte eine beeindruckende Zahl an Illustrationen. Sein Repertoire war breit gefächert, so produzierte er Sumōbilder (sumō-e), Illustrationen zum Genji Monogatari (Die Geschichte des Prinzen Genji), sowie surimono und erotische Bilder (shunga). Eine der bekanntesten und in verschiedenen Editionen erschienene Serie ist Die 53 Stationen der Tōkaidō in Form von Portraits zelebrierter Kabukischauspieler.

Diese Ausstellung ist die erste von drei Ausstellungen, welche 2014 zum 150-jährigen Bestehen diplomatischer Beziehungen zwischen Japan und der Schweiz mit Objekten aus der Sammlung des Museum für Völkerkunde Burgdorf realisiert werden. Am 16.10.2014 eröffnet im Schloss Burgdorf die Ausstellung ‚Entdeckerlust – Burgdorfer in Ostasien‘ und am 21.11.2014 eröffnet im Kulturzentrum der japanischen Botschaft (JICC) in Bern die Ausstellung ‚Collecting Japan - nihon o yobiyoseru‘.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Marie-Anne Pinheiro und Rebeca Gomez Morilla.

Ein eBook ist in Planung und wird voraussichtlich im Sommer/Herbst 2015 erhältlich sein.

http://www.projektburgdorf.org

http://www.kulturschloss.ch

Hiroshige & Kunisada. Faszinierende Farbholzschnitte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Völkerkunde Burgdorf, Vertretern der Abteilung Kunstgeschichte Ostasiens des kunsthistorischen Instituts der Universität Zürich (unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Bjarne Thomsen) und dem Interessensverein Völkerkundesammlung Burgdorf zeigt das Museum Franz Gertsch im Kabinett faszinierende Farbholzschnitte aus Japan, unter anderem von Hiroshige und Kunisada. Die Werke aus der Sammlung des Museum für Völkerkunde Burgdorf werden zum ersten Mal ausgestellt.