• Li Trieb Die grossen Wasser II, 2003-04
    Graphit und Pigment auf Papier, Zeichnung 48 x 96 cm, Blattformat 79 x 120 cm
    Sammlung Willy Michel

li trieb - archiv der augenblicke

Im Zentrum von Li Triebs künstlerischem Schaffen steht die Auseinandersetzung mit der Zeiterfahrung. Unter dem Titel „Archiv der Augenblicke“ untersucht sie in zentralen Werkgruppen verschiedene Möglichkeiten von erfahrener und gemessener, von subjektiv erlebter und objektiv beobachteter Zeit.

Inspiriert von Himmel und Wasser, die sie täglich aus Ihrem Atelierfenster an der Elbe beobachtet, arbeitet die in Hamburg lebende Künstlerin seit 1.1.2000 an Serien, die durch ein äusserst konsequentes Lebens- und Gestaltungskonzept entstehen. So definiert sie jeden Morgen die Himmelsfarbe zum Zeitpunkt ihres Erwachens als poetische Wortschöpfung, fertigt pro Tag eine Himmelfotografie an und dokumentiert ihre Lebenszeit in den Monatsblättern, Diagrammen, in denen sie präzise ihren ritualisierten Tagesverlauf abbildet. Ausgehend von den Himmelsfotografien zeichnet sie zudem kontinuierlich mit reinen Pigmenten Wolkenformationen, deren Vergänglichkeit sich in der ephemeren Technik der unfixierten Zeichnung spiegelt. Auch der Zyklus der Graphitzeichnungen "Die grossen Wasser" spielt mit dem Faktor Zeit, indem die Künstlerin die sinnliche Erfahrung einer sich stetig bewegenden Wasseroberfläche in vielen Schichten feinster Strichlagen zu einer scheinbaren Momentaufnahme verdichtet. Insgesamt ergibt sich aus den einzelnen Facetten eine konzeptuell beeindruckend dichte, künstlerisch sensible und vielschichtige Gesamtinstallation zum Thema Zeit.

„Archiv der Augenblicke“ ist die erste museale Einzelausstellung von Li Trieb.

franz gertsch – monumentale holzschnitte

Während der Sommermonate präsentieren wir wieder die eigene Franz-Gertsch-Sammlung in unseren grosszügigen Sammlungsräumen. Gezeigt wird diesmal ein bedeutender Querschnitt aus Gertschs monumentalem Holzschnittwerk, darunter einige Porträts, Arbeiten aus der Schwarzwasser-Serie, Pflanzenmotive wie "Rüschegg" oder "Gräser" und schliesslich das Hauptwerk der jüngeren Zeit, "Maria" (2001-02), das mit knapp 400 x 550 cm zu den bislang grössten Holzschnitten von Gertsch zählt. Eine besondere Attraktion ist die Präsentation der Gesamtinstallation "Das Grosse Gras" (1999-2001): Vier monumentale Holzschnitt-Triptychen von je 400 x 850 cm in einem Farbzyklus von Türkis, Ultramarin, Zinnober und Nachtblau, bilden ein feierlich-sakrales Ensemble von einer Dichte und Intensität, wie sie nur selten in Kunsträumen zu erleben ist.

li trieb - archiv der augenblicke