• Balthasar Burkhard
    Sevilla, 2007
    210 x 140 cm
    schwarz-weiss Fotografie auf Barytpapier

Songlines Balthasar Burkhard

Balthasar Burkhards neue Fotografien zeigen Traumbilder mystischer Schönheiten. Körper werden sichtbar, sie entschwinden zugleich fragil der Wirklichkeit. Unantastbar und herausfordernd entziehen sie sich dem Blick, denn es sind innere Bilder - nicht fassbar, trotzdem real.

Nur ein unverstellter Blick öffnet dem Betrachter die Welt der Songlines, hinter der sich eine Melodie verbirgt. Wenn man sie zu hören versteht, hat man ihre Welt betreten. Die Welt des Unantastbaren. Zeitlos und unermesslich nimmt sie von uns Besitz.

Diese in sich ruhende Schönheit weiblicher Akte! Ohne Namen tauchen sie auf, der Schwerkraft entzogen - auf einer Bühne aus Stoffbahnen. Ihre Faltenwürfe erinnern an die Altmeister der Kunstgeschichte oder auch an Erosionserscheinungen der Natur.

Songlines stellt die neuesten Fotografien von Balthasar Burkhard im museum franz gertsch vor, kuratiert von seinem langjährigen Freund Jean-Christophe Ammann.

Diese werden ergänzt durch den 1999 entstandenen Film Ciudad von Balthasar Burkhard, einem dokumentarischen Kunstwerk und zugleich eine moderne Symphonie der Grossstadt Mexico-City. Schwarz-weisse und farbige Filmsequenzen wechseln sich ab, Luftaufnahmen mit diskreten Einblicken in die Stadt und ins Leben. Aufbruch und unkontrolliertes Wachstum werden sichtbar. Menschen, Maschinen, Autos. Alles rotiert in einer entrückten Welt zwischen Himmel und Erde.

Im Kabinett werden Holzschnitte der Serie Natascha I-III von 1986 präsentiert, die in einem besonders aufwendigen und einmaligen Herstellungsverfahren entstanden sind. Franz Gertsch verwendete drei Holzstöcke: zwei Trägerplatten für die Abgrenzung der hellen und dunklen Zonen des Porträts; die dritte, um den Gesamttonwert mit goldenem Glanz zu überziehen. Einzigartig erscheinen die perlmuttartigen Porträts im Lichtspiel: changierend zwischen Farbigkeit und Goldschimmer.

Songlines Balthasar Burkhard