die architektur

Ausgangspunkt der Planungen war ein städtebaulicher Wettbewerb für das so genannte Milka-Areal, der noch keine Funktionsvorgaben enthielt. Erst später wurde die Nutzung als Museum definiert und das im Wettbewerb siegreiche Architektenteam Jörg & Sturm (Langnau/CH) mit der Planung beauftragt. Ihr Entwurf stellt mit den drei einfachen, direkt zueinander gestellten Betonkuben eine Verbindung zwischen der geschlossenen Bebauung der Altstadt und dem rechtwinkligen Parzellenmuster des Bahnhofquartiers her. Zusammen mit den umliegenden Gebäuden ergeben sie ein ausgewogenes Verhältnis von Figur und Grund. Wichtig war die Anbindung an das städtische Wegnetz: So verbindet ein öffentlicher Fussweg, der mitten durch das Museum führt, die Lyssachstrasse mit dem Oberstadtweg. Die Sicht ins Innere des Gebäudes bleibt jedoch verwehrt und markiert den privaten Charakter des Museums.

Ein souveräner Umgang mit Geometrie und Proportionen prägt den Bau aussen wie innen. Die Gebäudekörper als Ganze, aber auch Teilbereiche wie Wand- oder Fensterflächen bis hin zu den auf dem Boden verlegten Betonelementen folgen klar definierten Proportionsmustern wie etwa dem Goldenen Schnitt. Die Beschränkung auf wenige Materialien und Farben ist Programm und findet sich auch im Inneren wieder. Die Gebäudehülle besteht ausschliesslich aus Beton und Glas, im Inneren dominieren weisse Wände und Eichenböden in den Ausstellungsräumen bzw. ein grauer Gussboden in Foyer und Treppenhaus.

Intensive Gespräche mit dem Künstler führten zur massgeschneiderten Dimensionierung der Räume und zu einem Betriebskonzept mit einem zentralen Raum - Treppenhaus und Foyer - , von dem aus alle Ausstellungsräume erschlossen werden. Insgesamt stehen ca. 1000 qm Ausstellungsfläche zur Verfügung, die sich auf fünf Räume verteilen.

Entscheidend für die Wahrnehmung und Orientierung im Inneren ist die präzis kalkulierte Lichtführung, die stets nur indirekt über die Projektion an Wände, Decken und Böden erfolgt und dabei vollkommen homogen bleibt. Sie vermittelt den Eindruck von unaufdringlicher Weite und Lichtfülle. Die Räume sehen vielfältige Varianten von natürlichem Ober- und Seitenlicht sowie von reinem Kunstlicht vor und bieten damit ideale Bedingungen nicht nur für die Werke von Franz Gertsch, sondern auch für die unterschiedlichen Anforderungen eines Wechselausstellungsprogramms.

Kurzfilm : «Erfahrbare Architektur»

von Matthias Popp & André Popp www.movings.de

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